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Microsoft 365 Copilot im KMU einführen: Voraussetzungen, Kosten, Datenschutz, Pilotphase

Fahrplan für die Copilot-Einführung im KMU: Lizenzen, technische Voraussetzungen, Berechtigungen aufräumen, Datenschutz und eine messbare Pilotphase.

Microsoft 365CopilotKI-BeratungDatenschutzKMU

Die Kaufentscheidung für Microsoft 365 Copilot ist meist schnell getroffen, die eigentliche Arbeit beginnt danach: Lizenzen zuweisen genügt nicht, wenn die Berechtigungen in SharePoint historisch gewachsen sind, technische Voraussetzungen fehlen oder niemand weiß, wofür das Werkzeug im Alltag gedacht ist. Dieser Beitrag beschreibt den Weg von der bezahlten Lizenz zum produktiven Einsatz. Ob sich der Kauf überhaupt lohnt, haben wir in einem eigenen Beitrag behandelt.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechts- oder Datenschutzberatung, sondern eine Einordnung aus IT-Sicht. Preise verstehen sich ohne MwSt. und können sich ändern; maßgeblich ist immer das offizielle Microsoft-Angebot oder Ihr Reseller-Vertrag. Stand: 3. September 2026.

Welche Lizenz braucht ein KMU für Microsoft 365 Copilot?

Copilot ist ein Add-on und setzt immer eine berechtigte Microsoft-365-Basislizenz voraus – für kleinere Betriebe ist das Microsoft 365 Copilot Business auf Basis von Business Basic, Business Standard, Business Premium oder Microsoft 365 Apps for Business.

Für die größere Variante „Microsoft 365 Copilot" ist die Liste der zulässigen Basispläne deutlich breiter und umfasst unter anderem Microsoft 365 E3, E5, F1 und F3 sowie Office 365 E1, E3 und E5. Wer noch gar kein Microsoft 365 einsetzt, kauft also zwei Dinge und nicht eins.

Ein Detail, das in der Planung gerne untergeht: Die Microsoft-365-Business-Pläne sind auf 300 Plätze pro Mandant begrenzt – über Business Basic, Standard und Premium zusammengerechnet. Wer absehbar darüber hinauswächst, sollte den Wechsel auf Enterprise-Pläne gleich mitdenken.

Quellen: Lizenzoptionen für Microsoft 365 Copilot, FAQ zu Microsoft 365 Business Premium

Was kostet Microsoft 365 Copilot Business laut Microsoft-Preisliste?

Microsoft führt Copilot Business zum Aktionspreis von 15,60 € pro Nutzer und Monat im Jahresabo, regulär 18,20 € – die Aktion läuft vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2026, gilt nur für das erste Vertragsjahr und nur für bestehende Microsoft-365-Kunden mit einem berechtigten Business-Plan. Die folgenden Listenpreise stehen auf der offiziellen deutschen Microsoft-Seite (Abruf 3. September 2026):

Plan Jährliche Abrechnung Monatliche Abrechnung
Microsoft 365 Copilot Business (Add-on) 15,60 € Aktionspreis bis 31.12.2026, 1. Jahr (regulär 18,20 €) 21,84 €
Business Standard + Copilot Business 20,36 € 24,43 €
Business Premium + Copilot Business 27,73 € 33,28 €

Alle Angaben pro Nutzer und Monat, zzgl. MwSt. Beim reinen Add-on kommt die Basislizenz noch obendrauf, bei den beiden Bündeln ist sie enthalten.

Nicht auf der Rechnung, aber im Budget: Aufräumen der Berechtigungen und Schulung. Kostenlos testen lässt sich vorab der webbasierte Copilot Chat, der in berechtigten Microsoft-365-Abonnements ohne Zusatzkosten enthalten ist – er arbeitet allerdings nicht auf Ihren Unternehmensdaten.

Quelle: Microsoft 365 Copilot – Pläne und Preise

Welche technischen Voraussetzungen müssen vor dem Start erfüllt sein?

Jeder Copilot-Nutzer braucht ein Konto in Microsoft Entra ID und ein primäres Postfach in Exchange Online – Copilot funktioniert nicht auf Archiv-, Gruppen-, freigegebenen oder Delegatpostfächern. Weitere Punkte, die vorab geprüft gehören:

  • Microsoft 365 Apps müssen ausgerollt sein. Bei gerätebasierter Lizenzierung von Microsoft 365 Apps for Enterprise ist Copilot nicht verfügbar.
  • OneDrive muss für die Nutzer aktiviert sein, sonst fehlen einzelne Funktionen.
  • Teams: Damit Copilot nach einer Besprechung auf deren Inhalt verweisen kann, muss Transkription oder Aufzeichnung aktiviert sein.
  • Netzwerk: Die weltweiten Microsoft-365-Endpunkte müssen erreichbar sein, und WebSocket-Verbindungen (WSS) zu *.cloud.microsoft und *.office.com dürfen nicht von Firewall, TLS-Inspektion oder Proxy blockiert werden. In der Praxis die häufigste Fehlerquelle.
  • Datenschutzeinstellungen der Office-Apps: Sind die verbundenen Erfahrungen, die Ihre Inhalte analysieren, per Richtlinie deaktiviert, stehen die Copilot-Funktionen in Word, Excel, Outlook, PowerPoint und OneNote nicht zur Verfügung.

Quelle: App- und Netzwerkanforderungen für Microsoft 365 Copilot

Warum ist Berechtigungs-Hygiene der wichtigste Schritt vor der Einführung?

Copilot zeigt jedem Nutzer ausschließlich Daten an, für die er mindestens eine Leseberechtigung hat – und macht damit vorhandene Berechtigungsfehler auf einen Schlag sichtbar. Was jahrelang in einer vergessenen SharePoint-Bibliothek lag, liefert Copilot auf Nachfrage frei Haus.

Verschärfend kommt hinzu: SharePoint steht bei den Freigabeeinstellungen standardmäßig auf der freizügigsten Option. Vor dem Rollout sollten Sie mindestens:

  1. Die Freigabeeinstellungen für SharePoint und OneDrive auf ein sinnvolles Maß zurückdrehen und Ablauffristen für Freigabelinks setzen.
  2. Prüfen, welche Inhalte über „Jeder"-Links oder an alle außer externen Benutzern freigegeben sind – das sind die typischen Oversharing-Kandidaten.
  3. Websites ohne Besitzer, inaktive Websites und Altbestände identifizieren und archivieren.
  4. Besonders sensible Bereiche – Personal, Buchhaltung, Geschäftsführung – über Gruppenberechtigungen sauber abgrenzen.

Microsoft stellt dafür SharePoint Advanced Management bereit, das freigeschaltet wird, sobald mindestens einem Benutzer im Mandanten eine Microsoft 365 Copilot-Lizenz zugewiesen ist. Achtung: Laut Microsoft-Voraussetzungen setzt das zusätzlich eine Enterprise-Basislizenz voraus (Office 365 E3/E5/A5 bzw. Microsoft 365 E1/E3/E5/A5); die Microsoft-365-Business-Pläne sind in dieser Liste nicht aufgeführt. Kleinere Betriebe müssen die Aufräumarbeiten also mit Bordmitteln erledigen – machbar, aber Handarbeit.

Wer die Notlösung „Eingeschränkte SharePoint-Suche" einplant, sollte wissen: Sie wird eingestellt, seit dem 31. Juli 2026 ist keine Neuaktivierung mehr möglich. Microsoft verweist stattdessen auf Restricted Content Discovery und Purview.

Quellen: Vorbereitung auf Copilot mit SharePoint Advanced Management, Voraussetzungen für SharePoint Advanced Management, Eingeschränkte SharePoint-Suche

Was gilt beim Datenschutz für Microsoft 365 Copilot?

Microsoft sagt zu, dass Eingabeaufforderungen, Antworten und die über Microsoft Graph abgerufenen Daten nicht zum Training der Foundation-Modelle verwendet werden, und führt Copilot als Dienst der EU-Datengrenze. Für Nutzer aus der EU bleibt der Datenverkehr innerhalb dieser Grenze; die Missbrauchsüberwachung mit menschlicher Inhaltsprüfung ist für Microsoft 365 Copilot deaktiviert.

Zwei Einschränkungen gehören in jede ehrliche Bewertung: Modelle, die Anthropic als Unterauftragsverarbeiter bereitstellt, sind derzeit von der EU-Datengrenze ausgenommen – ob sie genutzt werden, entscheiden Sie als Administrator. Und der Copilot-Aktivitätsverlauf wird gespeichert: Prompts und Antworten liegen verschlüsselt in Ihrem Mandanten, lassen sich über Microsoft Purview mit Aufbewahrungsrichtlinien versehen und von Nutzern im Portal „Mein Konto" löschen.

Für die eigenen Hausaufgaben heißt das: Copilot in das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten aufnehmen, eine kurze interne Richtlinie zur zulässigen Nutzung schreiben, den Umgang mit KI-generierten Inhalten regeln – Antworten sind nicht garantiert korrekt und gehören gegengelesen – und in Betrieben mit Betriebsrat die Einführung frühzeitig auf die Tagesordnung setzen.

Quelle: Daten, Datenschutz und Sicherheit für Microsoft 365 Copilot

Wie setzen Sie eine Pilotphase auf, die etwas aussagt?

Starten Sie mit einer kleinen, klar abgegrenzten Gruppe aus einem Bereich, in dem viel geschrieben, zusammengefasst und ausgewertet wird – nicht mit einer Person aus jeder Abteilung. Eine verstreute Pilotgruppe erzeugt Einzelmeinungen, eine geschlossene vergleichbare Erfahrungen und gegenseitige Hilfe.

Bewährt hat sich: acht bis zwölf Wochen Laufzeit, ein benannter Ansprechpartner, eine kurze Einführung zum Start statt einer Ganztagsschulung, drei bis fünf konkrete Anwendungsfälle pro Person – Angebotsentwürfe, Protokolle aus Teams-Besprechungen, Auswertungen in Excel – sowie ein Zwischen- und ein Abschlussgespräch. Prompt-Beispiele, die im Betrieb funktionieren, gehören an einen zentralen Ort, sonst geht das Wissen verloren.

Woran messen Sie, ob sich die Einführung rechnet?

Der Microsoft 365 Copilot-Nutzungsbericht im Microsoft 365 Admin Center liefert die harten Zahlen: aktivierte Nutzer, aktive Nutzer, die Rate aktiver Nutzer sowie die Anzahl der übermittelten Prompts. Sie finden ihn unter Berichte > Nutzung > Microsoft 365 Copilot und können ihn über 7, 28, 90 oder 180 Tage filtern sowie als CSV exportieren. Die Daten eines Tages stehen in der Regel innerhalb von 48 Stunden bereit. Für Führungskräfte gibt es zusätzlich das Copilot-Dashboard in Viva Insights.

Die entscheidende Kennzahl ist nicht die Zahl der Prompts, sondern die Rate aktiver Nutzer: Wer nach acht Wochen unter der Hälfte liegt, hat kein Werkzeugproblem, sondern ein Anwendungsfall- oder Schulungsproblem. Ergänzen Sie die Zahlen um zwei bis drei qualitative Fragen an die Pilotgruppe – welche Aufgabe geht spürbar schneller, wo hat Copilot nichts gebracht. Erst daraus entscheidet sich, welche Lizenzen verlängert und welche verschoben werden.

Quellen: Microsoft 365 Copilot Nutzungsbericht, Copilot-Dashboard in Viva Insights

Fazit

Eine gelungene Copilot-Einführung besteht zu einem kleinen Teil aus Lizenzverwaltung und zu einem großen Teil aus Vorarbeit: Berechtigungen aufräumen, technische Voraussetzungen prüfen, Datenschutz dokumentieren, die Pilotgruppe ehrlich auswerten. Wer diese Reihenfolge einhält, hat nach drei Monaten belastbare Zahlen statt eines Bauchgefühls.

Sie planen die Einführung in Ihrem Betrieb in Recklinghausen oder im übrigen Ruhrgebiet? In der KI-Beratung schauen wir uns Ihren Mandanten an, räumen die Berechtigungen auf und begleiten die Pilotphase – im kostenlosen Erstgespräch klären wir, wo Sie stehen.

Hinweis zur Veröffentlichung: Dieser Beitrag war für den 21. Juli 2026 geplant. Wegen einer technischen Störung der automatischen Veröffentlichung ist er erst am 11. August 2026 online gegangen. Alle Angaben wurden vor der Veröffentlichung erneut auf Aktualität geprüft.

Hinweis: Die Beiträge dieses Blogs werden unter Einsatz von KI erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die redaktionelle Verantwortung trägt Emre Yurtbay (siehe Impressum).

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