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GitHub Copilot AI Credits: Verbrauch verstehen und Budgets richtig setzen

Seit Juni rechnet GitHub Copilot in AI Credits ab. Wie Pool und Budgets zusammenspielen und wie Sie per REST-API ein Limit setzen, das wirklich stoppt.

Seit dem 1. Juni 2026 rechnet GitHub Copilot nach verbrauchten AI Credits ab statt nach Premium Requests; ausgenommen sind nur Jahresabos von Pro und Pro+, die bei Premium Requests geblieben sind. Für Organisationen stecken die Überraschungen in zwei Voreinstellungen: Bezahlte Mehrnutzung ist ab Werk erlaubt, und ein Organisationsbudget stoppt ab Werk nichts, es meldet die Überschreitung nur per E-Mail. Wie Pool und Budgets zusammenspielen und wie Sie per REST-API ein Limit setzen, das tatsächlich greift, beschreibe ich unten.

Was AI Credits kosten

Credits, Pool und Monatsgrenze

Ein AI Credit kostet 0,01 USD. Abgerechnet werden Tokens zum Preis des jeweiligen Modells: Claude Sonnet 4.6 kostet laut Preistabelle 3,00 USD je Million Input-Tokens und 15,00 USD je Million Output-Tokens, GPT-5.4 nano 0,20 und 1,25 USD. Eine Million Output-Tokens mit Sonnet entspricht damit 1.500 Credits. Copilot Business kostet 19 USD je Nutzer und Monat und enthält 1.900 Credits, Enterprise 39 USD und 3.900 Credits; die enthaltenen Credits entsprechen also genau dem Lizenzpreis. Sie landen in einem gemeinsamen Pool, im Beispiel der Doku teilen sich 100 Business-Nutzer 190.000 Credits. Der Pool füllt sich am Monatsersten um 00:00 UTC neu, Reste verfallen. Bei Einzelplänen wie Pro (1.500 Credits) und Pro+ (7.000) ist ein Teil davon eine variable Flex-Zugabe.

Was zählt und was nicht

Code-Vervollständigung und Next Edit Suggestions kosten keine Credits. Chat, CLI, der Cloud Agent, Spaces, Spark und Coding Agents von Drittanbietern verbrauchen Credits. Ein Code Review wird auf zwei Wegen abgerechnet: die Tokens in Credits, die Laufzeit in GitHub-Actions-Minuten, die ein Credit-Budget nicht erfasst; wie ein Workflow-Job auf einem GitHub-gehosteten Runner läuft, zeigt der Beitrag zu GitHub Actions mit .NET und GHCR. Ein kostenloses Ausweichmodell gibt es nicht mehr; laut GitHubs FAQ sind freie Modelle nicht mehr Teil des Angebots.

Welches Budget wann greift

Nutzer-Budgets stoppen immer

GitHub prüft jede Anfrage in fester Reihenfolge: zuerst ein Nutzer-Budget, dann den Pool, danach das Budget der Kostenstelle, der Organisation oder des Enterprise. Es blockiert, wer am wenigsten Spielraum hat. Nutzer-Budgets gibt es universell für alle Lizenzierten, je Kostenstelle oder für einzelne Personen. Sie zählen schon die Credits aus dem Pool mit und stoppen immer hart; 0 USD sperrt sofort. Ohne solche Grenzen kann laut Doku ein einzelner Vielnutzer oder eine automatisierte Agent-Sitzung früh im Monat einen unverhältnismäßigen Teil des Pools verbrauchen, ein Thema etwa für Agents wie im Beitrag zu KI-Coding-Agents in Docker-Sandboxes. Das universelle Nutzer-Budget soll laut Doku über dem Wert einer Lizenz liegen, bei Business also über 19 USD, damit Vielnutzer ungenutzte Anteile anderer verbrauchen können.

Organisationsbudgets bremsen erst mit Stopp

Budgets für Organisation, Kostenstelle und Enterprise greifen erst, wenn der Pool leer ist, und begrenzen nur die bezahlte Mehrnutzung zu 0,01 USD je Credit. Ihre Option „Stop usage when budget limit is reached“ ist ab Werk aus; ohne sie laufen die Kosten weiter, und es kommt nur eine E-Mail. Erst mit Stopp ist die Höchstrechnung Lizenzkosten plus Budget, im Beispiel der Doku 400 × 19 USD plus 5.000 USD, also 12.600 USD. Wer über den Pool hinaus gar nichts zahlen will, schaltet die ab Werk aktive Richtlinie „AI credits paid usage“ in den AI-Controls-Einstellungen ab.

Steuerung greift bei erreichtem Limit
Nutzer-Budget (universell, Kostenstelle, einzeln) in Pool- und Bezahlphase immer harter Stopp
Budget für Organisation, Kostenstelle, Enterprise erst wenn der Pool leer ist Stopp nur mit Option, ab Werk nur E-Mail
Richtlinie „AI credits paid usage“ aus sobald der Pool leer ist Sperre bis zum nächsten Abrechnungszyklus

Ein Budget zählt erst ab seinem Anlegen; im ersten Abrechnungszyklus kann die Mehrnutzung das Budget laut Doku deshalb übersteigen, auch mit aktivem Stopp.

Budgets per REST-API anlegen

Organisationsbudget mit Stopp

Für die API nehme ich einen feingranularen Token mit der Organisationsberechtigung „Administration“, zum Anlegen mit Schreibrecht, so wie die REST-Referenz ihn für diese Endpunkte aufführt. Ein Tutorial der Doku behauptet zwar, die Nutzungs-Endpunkte unterstützten keine feingranularen Tokens, und verlangt einen klassischen; welchen Scope der bräuchte, nennt es nicht. Anlegen dürfen nur Organisations-Admins und Billing Manager. Das gh-Beispiel in einem anderen GitHub-Tutorial übergibt budget_alerting mit -f als JSON-Text; laut gh-Handbuch sendet -f aber Strings, und -F wandelt nur true, false, null und Ganzzahlen um. Ich schicke den Body deshalb als Datei:

{
  "budget_amount": 500,
  "prevent_further_usage": true,
  "budget_scope": "organization",
  "budget_entity_name": "",
  "budget_type": "BundlePricing",
  "budget_product_sku": "ai_credits",
  "budget_alerting": {
    "will_alert": true,
    "alert_recipients": ["<LOGIN>"]
  }
}
# org-budget.json wie oben; GH_PAT = feingranularer Token
curl -sL -X POST \
  -H "Accept: application/vnd.github+json" \
  -H "Authorization: Bearer $GH_PAT" \
  -H "X-GitHub-Api-Version: 2026-03-10" \
  "https://api.github.com/organizations/<ORG>/settings/billing/budgets" \
  --data-binary @org-budget.json

Der Betrag ist ein ganzzahliger USD-Wert, hier 500 wie im Organisationsbeispiel der API-Doku. BundlePricing mit ai_credits deckt alle SKUs ab, die Credits verbrauchen, auch Cloud Agent und Spark. prevent_further_usage ist der Stopp, will_alert schaltet die Warnungen ein, die laut Doku ab Werk an Owner und Billing Manager gehen.

Nutzer-Budgets und der irreführende 400-Fehler

Das universelle Nutzer-Budget hat den Scope multi_user_customer; laut Spezifikation muss prevent_further_usage dann true sein, und Warnungen lassen sich für Nutzer-Budgets per API nicht einrichten. Die 30 USD aus dem Nutzerbeispiel der API-Doku liegen über den 19 USD einer Business-Lizenz:

{
  "budget_amount": 30,
  "prevent_further_usage": true,
  "budget_scope": "multi_user_customer",
  "budget_entity_name": "",
  "budget_type": "BundlePricing",
  "budget_product_sku": "ai_credits",
  "budget_alerting": {
    "will_alert": false,
    "alert_recipients": []
  }
}

Für eine einzelne Person lautet der Scope user, zusätzlich mit dem Feld "user": "<LOGIN>". Fehlt es, antwortet die API laut Doku so:

HTTP 400: Missing required fields: budget_entity_name

Die Meldung nennt das falsche Feld: budget_entity_name darf bei Nutzer-Budgets laut Doku leer bleiben; es fehlt nicht budget_entity_name, sondern user.

Verbrauch auswerten

AI-Credit-Report per API

Zum Lesen genügt „Administration“ mit Leserecht. Ohne year und month liefert der Endpunkt den laufenden Monat, abrufbar sind die letzten 24 Monate:

curl -sL \
  -H "Accept: application/vnd.github+json" \
  -H "Authorization: Bearer $GH_PAT" \
  -H "X-GitHub-Api-Version: 2026-03-10" \
  "https://api.github.com/organizations/<ORG>/settings/billing/ai_credit/usage?year=2026&month=10" \
  | jq -r '.usageItems[] | [.model, .grossQuantity, .netAmount] | @tsv'

grossQuantity zählt die Credits (Einheit credits laut Beispiel der Spezifikation), netAmount entspricht net_amount im CSV-Report unten, also dem Betrag nach Abzug der enthaltenen Nutzung.

CSV-Report aus der Oberfläche

Unter Settings, Billing & Licensing, Usage und AI usage sehen Organisations-Owner keine Werte pro Person. Dafür gibt es „Get usage report“: Der Bericht kommt als Link per E-Mail, der nach 24 Stunden verfällt, und summiert je Datum, Modell und Nutzer. Den von den enthaltenen Credits gedeckten Teil zeigt discount_amount, den Rechnungsbetrag net_amount.

Fragen zu AI Credits

Was sehen Nutzer, wenn ein Budget greift?

Funktionen, die Credits verbrauchen, sind gesperrt, ohne Ausweichen auf ein günstigeres Modell; Vervollständigung und Next Edit Suggestions laufen weiter. Business- und Enterprise-Nutzer sehen auf GitHub.com ein Banner, über das sie mehr Budget anfragen können. In VS Code berichtete ein Nutzer im Issue #321720 diesen Text: „You've reached your credit limit. To continue working, please contact your organization's Copilot admin or wait until your credits reset on June 30, 2026 at 5:00 PM.“

Gilt das auch für Microsoft 365 Copilot?

Nein, AI Credits betreffen GitHub Copilot. Microsoft 365 Copilot ist ein anderes Produkt; zu dessen Einführung steht mehr im Beitrag zu Microsoft 365 Copilot im Unternehmen.

Was wird aus Premium Requests und alten Budgets?

Premium Requests gelten nur noch für Jahresabos von Pro und Pro+, die dabei geblieben sind; nach deren Ablauf folgt Copilot Free. Bestehende Premium-Request-Budgets hat GitHub automatisch in AI-Credit-Budgets umgewandelt. Einen Umrechnungsfaktor nennt GitHub nicht. Die Erklärseiten zu Premium Requests stehen im Legacy-Bereich der Doku; die REST-Referenz führt daneben weiterhin die Endpunkte premium_request/usage und die SKU premium_requests.

Offizielle Doku und Changelog

Abrechnung und Budgets

Die Umstellung beschreibt der Changelog vom 1. Juni 2026, Details stehen in der Abrechnung für Organisationen, bei den Budget-Ebenen, in der Anleitung zu Budgets und in der Preistabelle der Modelle.

REST-API

Felder und Berechtigungen stehen in der Referenz zu Budgets und zu Nutzungsberichten. Wenn Sie Budgets, Richtlinien und Modellauswahl für Ihr Team festlegen wollen, unterstütze ich Sie im Rahmen meiner KI-Beratung.

Hinweis: Die Beiträge dieses Blogs werden unter Einsatz von KI erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die redaktionelle Verantwortung trägt Emre Yurtbay (siehe Impressum).

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